Willkommen im Rabbit Hole des Ultracyclings
Der Radsport ist mitunter eine der facettenreichsten Sportarten und endet bei Weitem nicht nur bei der Unterscheidung zwischen Rennrad, Gravel oder Mountainbike.
Die Faszination für den Radsport beschränkt sich nicht nur auf große Events wie die Tour de France. Schließlich muss man kein Radprofi sein, um lange Strecken im Rahmen eines mehrtägigen Events zurückzulegen und dabei über seine eigenen Grenzen hinauszugehen. All dies ist nämlich auch im Ultracycling möglich. Was genau darunter zu verstehen ist und was dafür notwendig ist, wird in diesem Blogbeitrag thematisiert.
Spätestens, wenn man am Radfahren und an längeren Touren Gefallen gefunden hat, stößt man unbemerkt und schleichend die Tür zur Welt des Ultracycling-Kosmos immer weiter auf. Folgende Fragen sind somit näher als man denkt:
Hat man Bock, mehrere Tage auf dem Rad zu verbringen?
Wenn man Radfahren liebt, kein Problem – besonders Bikepacking-Touren im entspannten Tempo locken einen aufs Rad, auch über mehrere Tage. Belohnt wird man meist mit Orten, Begegnungen, Eindrücken und Erfahrungen, die man bei einer Reise mit anderen Verkehrsmitteln wahrscheinlich nicht machen würde. Perfekt also, um dem Alltag zu trotzen und das Leben zu entschleunigen und dabei die Umgebung, aber auch sich selbst neu zu entdecken.
Will man dabei aber endlos viele Kilometer und Höhenmeter schrubben, Nächte durchfahren, kaum schlafen und sich währenddessen ziemlich fragwürdig ernähren? Und das alles im Rahmen eines Rennens mit einem Zeitlimit, sodass massive körperliche und mentale Anstrengungen nicht zu kurz kommen?
Die erste intuitive Reaktion darauf: Warum zur Hölle sollte man so etwas tun?! Also wirklich, dazu muss man doch schon herrlich bekloppt sein und das auch wirklich wollen und sich zudem mit der Frage „Warum mache ich bzw. möchte ich das überhaupt?“ schon mal intensiv auseinandergesetzt haben.
Willkommen in der Welt des Ultracyclings!
Nicht unbedingt alles, aber vieles, was ihr rund um das Thema Ultracycling wissen müsst, findet ihr in diesem etwas ausführlicheren Blogbeitrag. Es sind eher Empfehlungen und Ratschläge, basierend auf persönlichen Erfahrungen, und keine handfesten Guidelines, die zu einem garantierten Erfolg führen. Und da Rabbit-Holes für gewöhnlich sehr tiefgreifend und umfangreich sind, gibt es hier einen Überblick:
Harmlose Anfänge – Ultra, was? Ich will doch nur Radfahren!
Es fängt eigentlich alles sehr harmlos an – wenn wir ehrlich sind, spätestens mit dem Kauf eines neuen Gravelbikes oder eines Rennrads. Nicht selten kommt nach den ersten Touren schnell die Lust auf mehr. Weshalb hat man sich denn sonst ein so sportives Rad geholt?!
In der Folge beginnt ein schleichender Prozess: Die Touren werden unbemerkt immer länger und irgendwann fällt die erste Kilometermarke, von der man ganz zu Beginn nicht mal geträumt hat. Langsam, aber sicher verschieben sich die eigenen Grenzen – sowohl körperlich als auch mental – und ehe man sich versieht, ist man in einem nicht enden wollenden Loop gefangen, in dem man sich immer mehr zutraut, auch längere und anspruchsvollere Touren zu fahren. Das alles gipfelt dann im Extremfall in einer Anmeldung zu einem Ultracycling-Rennen – auch wenn man kein Radprofi ist.
Es gibt Leute, die so etwas als Midlife-Crisis bezeichnen würden, während sie auf ihrer Couch eine Packung Chips zu ihrer Lieblings-Netflix-Serie verputzen. Aber die Neugier, zu sehen, wozu man körperlich und mental in der Lage ist, ist einfach zu groß. Und ehe man sich versieht, steht man mit vielen Gleichgesinnten an der Startlinie eines Ultracycling-Rennens.
Ultracycling-Events in Hülle und Fülle – viele Kilometer, viel Auswahl
Langdistanzen sind im Radsport längst keine Seltenheit mehr und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Es gibt inzwischen eine große Auswahl an zugänglichen Veranstaltungen, bei denen mehrere Tage am Stück Rad gefahren wird. In diesem Abschnitt werfen wir einen Blick auf den Begriff Ultracycling und geben einen Einblick in verschiedene Arten von Ultracycling-Rennen und deren Besonderheiten.
Ab wann gilt ein Rennen als ultralang?
Welche Veranstaltung sich den Begriff Ultracycling auf die Fahne schreiben darf, ist nicht klar definiert. Sicher ist nur, dass besonders lange Distanzen auf dem Fahrrad zurückgelegt werden müssen, ohne dass diese in Etappen aufgeteilt, sondern in einem Stück gefahren werden, allerdings mit frei einteilbaren Pausenzeiten. Dementsprechend ist die Bandbreite und Vielfalt an Rennen allein im Hinblick auf die zu absolvierenden Kilometer riesig. Es gibt sowohl kürzere als auch längere Distanzen – Rennen mit wenigen hundert Kilometern Länge benötigen jedoch eine ganz andere Herangehensweise als Rennen, die sich über mehrere tausend Kilometer und Tage erstrecken.
Fixed Route oder freie Wahl bei der Routenplanung?
Hinzu kommt auch noch, dass sich viele Rennen in ihrem Format und in ihrer Charakteristik unterscheiden. Bei den meisten Rennen gibt es eine von den Veranstaltern vorgegebene Strecke, die nachgefahren werden muss. Wird die Route für Verpflegungs- oder Übernachtungsstopps verlassen, muss an exakt gleicher Stelle wieder in die Route eingestiegen werden. Bekannte Events sind hierzulande das Peaks & Plains mit Start in Magdeburg, das mit knapp 555 Kilometern und 7.300 Höhenmetern in den Harz und wieder zurück zum Startpunkt führt, oder das Race Across Germany, bei dem Deutschland entweder von Nord nach Süd oder von West nach Ost durchquert werden kann. Besonders beliebt ist die Nord-Süd-Strecke, die über 1.100 Kilometer und 7.500 Höhenmeter von Flensburg nach Garmisch-Partenkirchen führt.
Einen anderen Ansatz hingegen verfolgen Rennen wie das Transcontinental Race (TCR) oder das Three Peaks Bike Race, bei denen die Streckenplanung durch die Teilnehmer selbst vorgenommen werden muss. Dabei werden vom Veranstalter lediglich Checkpoints oder Teilstrecken vorgegeben, die zwingend abgefahren werden müssen. Die Route zwischen den vorgegebenen Checkpoints und Strecken ist unter Beachtung der jeweiligen Regelwerke frei planbar. Das heißt, dass vom Veranstalter ausgewählte Straßen oder Strecken eventuell nicht befahren werden dürfen.
Eine sorgfältige Routenplanung bzw. ein intensives Auseinandersetzen mit vorgegebenen Routen zwecks Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten ist somit das A und O für die Vorbereitung auf ein Ultracycling-Rennen.
Unsupported vs. Supported – alles aus eigener Kraft oder mit Hilfe von Außen?
Grundsätzlich gibt es zwei Arten, Ultracycling-Events zu bestreiten: Unsupported (oder auch Nonsupported bzw. Self-Supported genannt) und Supported, wobei letztere Kategorie nur bei wenigen Rennen angeboten wird.
Bei Self-Supported-Veranstaltungen ist jeder Teilnehmer für sich allein verantwortlich. Dies betrifft das eigene Equipment, die Verpflegung, die Navigation und die eigene Sicherheit. Es darf keine Unterstützung von außen in Anspruch genommen werden, es sei denn, sie steht allen Teilnehmern gleichermaßen zur Verfügung. Übernachtungen in Hotels und anderen Unterkünften sind in den meisten Regelwerken erlaubt, das Übernachten bei Freunden oder Familie hingegen nicht, weil sich dadurch Vorteile gegenüber anderen Teilnehmern ergeben können. Auch hinsichtlich der Verpflegung ist es nicht einmal erlaubt, sich am Straßenrand eine Banane anreichen zu lassen. Restaurants, Lebensmittelmärkte und Tankstellen stehen dagegen jedem Teilnehmer offen.
Ähnlich verhält es sich bei technischen Defekten. Auch hier darf nur Hilfe angenommen werden, die auch jedem anderen Teilnehmer zugänglich ist. Fahrradwerkstätten dürfen aufgesucht werden, aber der Weg dorthin muss aus eigener Kraft erfolgen. Man ist also wirklich komplett auf sich allein gestellt, und teilweise ist sogar das Fahren im Windschatten bei vielen Rennen untersagt. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Einige Rennen können im Team zu zweit oder auch mit mehreren Personen bestritten werden. Dann dürfen die Teammitglieder untereinander nicht nur Windschatten spenden, sondern sich auch gegenseitig helfen.
Bei Supported Events ist die Sachlage jedoch anders: Hier ist Hilfe von außen ausdrücklich erlaubt. Die Teilnehmer werden von einem Support-Fahrzeug begleitet, in dem ein mehrköpfiges (selbst organisiertes) Support-Team die Verpflegung und Versorgung der Teilnehmer übernimmt und dafür sorgt, die Stand- und Pausenzeiten der Fahrer so gering wie nötig zu halten. Auch hier gibt es Solo- und Team-Kategorien. Das bedeutendste Rennen in diesem Bereich ist das Race Across America (RAAM).
Vorbereitung ist alles – Wie bereitet man sich am besten auf ein Ultracycling-Event vor?
Ist die Wahl für ein bestimmtes Ultracycling-Rennen gefallen, beginnt schon die Vorbereitung. Mehrere hundert Kilometer am Stück zu fahren, klingt zwar in erster Linie nicht nach kompliziertem Hexenwerk, erfordert jedoch im Vorfeld jede Menge Planung, damit das Abenteuer nicht schon nach wenigen Kilometern endet oder zur absoluten Verfluchung wird.
Daher stellt sich zu Recht die Frage: Wie bereitet man sich am besten auf ein Ultracycling-Event vor? Um diese Frage beantworten zu können, gibt es viele verschiedene Themenfelder, die beleuchtet werden können – angefangen bei der Auswahl des Bikes über die Zusammenstellung der Ausrüstung und eine detaillierte Routenplanung samt Ernährungs- und Verpflegungsstrategie bis hin zur Ausarbeitung eines Trainingsplans.
Im Folgenden gibt es eine Übersicht zu Strategien und Herangehensweisen rund um die Vorbereitung auf ein Ultracycling-Event:
- • Die Wahl des passenden Bikes – Gravel, Road oder doch MTB?
- • Bikefitting und Optimierung statt Neurad
- • Die Packschlacht – was kommt alles mit?
- • Bikepacking-Taschen – ultraleicht oder ultrakomfortabel?
- • Packing Games – cleveres Packen als eigene Wissenschaft für sich
- • Ernährungs- und Verpflegungsstrategien
- • Körperliche Vorbereitung – Die Grundlage für lange Distanzen
- • Routenplanung – Der schnellste Weg ist nicht immer der beste
Die Wahl des passenden Bikes – Gravel, Road oder doch MTB?
Die Frage nach dem passenden Bike wird meist schon durch das Ultracycling-Event selbst und durch die vorgegebene Route beantwortet. Entsprechend sind viele Rennen als Road-, Gravel- oder Mountainbike-Rennen deklariert. Sind in der Route viele Schotterpassagen und Waldwege inkludiert, geht's klar in Richtung Gravelbike, bei unwegsamem und grobem Gelände, wie z. B. beim Atlas Mountain Race in Marokko oder dem Silk Road Mountain Race in Kirgisistan, klar in Richtung MTB.
Bei Events hingegen, bei denen man die Route frei planen kann, muss zunächst einmal eine Grundsatzentscheidung getroffen werden: Möchte man so sportiv und schnell wie möglich unterwegs sein oder möchte man das Rennen eher entspannt angehen lassen? Und möchte man eher Gravel, Road oder möglichst viele Trails fahren?
Davon hängt die Wahl des passenden Bikes ab. Asphaltierte Wege sind in der Regel besser und direkter ausgebaut und bieten den größten Distanzgewinn innerhalb kürzester Zeit, denn auf Asphalt rollt es sich einfach schneller als auf Schotter oder auf unbefestigten Wegen. Ein Nachteil ist, dass man mit einem relativ hohen Verkehrsaufkommen rechnen muss. Besonders auf vielbefahrenen Straßen, wie z. B. Bundesstraßen, können stressige Situationen und risikoreiche Überholmanöver mit anderen Verkehrsteilnehmern auftreten.
Mit dem Gravelbike ist man flexibler unterwegs, da man auf ruhigere Wald- und Schotterwege ausweichen kann. Daher können Gravelbikes mit ihrer Vielseitigkeit punkten, da es auch auf asphaltierten Straßen relativ flott vorangeht. Hinzu kommt noch der Komfortgewinn. Die meisten Gravelbikes sind ohnehin mit einer auf Komfort ausgelegten Geometrie für längere Bikepacking-Abenteuer konzipiert und bieten mehrere Befestigungsmöglichkeiten für Taschen am Rad. Mit dem MTB hingegen kann man sich komplett bedenkenlos in grobes Terrain stürzen, auch wenn es dort nicht schnell vorangeht. Steht das eigene Abenteuer im Vordergrund, ist ein Gravelbike oder auch ein MTB, je nach Vorlieben, völlig ausreichend.
Wer jedoch Großes vorhat und um vordere Platzierungen mitfahren will, bei dem fällt die Wahl meist auf eine überwiegend asphaltierte Route und auf ein Rennrad. Für lange Distanzen eignen sich besonders Endurance-Rennräder, die aufgrund ihrer Geometrie den Fokus auf Langstreckenkomfort, eine leicht aufrechtere Sitzposition und einen leicht längeren Radstand für mehr Fahrstabilität legen, statt auf aerodynamische Feinheiten sowie Spritzigkeit und Explosivität im Antritt.
Wer dennoch ein renntaugliches Endurance-Bike sucht, dem können wir an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen:
Im Cervélo Caledonia oder im höherwertigen Cervélo Caledonia-5 findet man das passende Gegenstück. Die Caledonia-Modelle von Cervélo sind in ihrer Geometrie sportlicher und rennorientierter ausgelegt als Endurance-Bikes anderer Hersteller. Mehr Informationen zu den Caledonia-Bikes von Cervélo findet ihr unter diesem Link. Unter anderem haben wir folgende Bikes aktuell im Sortiment:
Bikefitting und Optimierung statt Neurad
Für die Teilnahme an einem Ultracycling-Event muss man sich aber nicht unbedingt ein neues Bike anschaffen.. Das schont den Geldbeutel, und für Langdistanzen braucht man ohnehin nicht zwingend ein Endurance-Rad, auch wenn es viele Vorteile bietet. Der Körper freut sich nämlich bei längeren Distanzen am Stück wirklich über jeden Komfortgewinn. Den erreicht man auch mit ein bisschen Feintuning an der Sitzposition.
Wer keine Langstreckenmaschine in seinem Fuhrpark hat, kann also auch mit seinem herkömmlichen Rennrad, das sonst entweder bei Sprints oder in den Bergen seine Stärken ausspielt, an einem Ultracycling-Rennen teilnehmen.
Damit dieses Unterfangen nicht zur körperlichen und schmerzhaften Qual wird, ist ein Bikefitting im Vorfeld sinnvoll und absolut empfehlenswert – auch für Gravel- und Mountainbikes. Bei einem professionellen Bikefitting können punktuelle Schwachstellen, zum Beispiel bezüglich der Sitzposition, entdeckt, ausgebessert oder gänzlich eliminiert werden, indem zum Beispiel mit verschiedenen Sätteln, Vorbaulängen oder Lenkerbreiten experimentiert wird, um eine möglichst schmerzfreie Sitzposition zu finden. Bei Biketime bieten wir auch Bikefittings an.
Zudem lohnt es sich, sein Bike um gewisse Komponenten punktuell upzugraden und zu erweitern, die auf Langdistanzen zum echten Gamechanger werden können.
Ein Lenkeraufsatz bzw. Aero-Bars am Cockpit sorgt beispielsweise für eine weitere Fahrposition, in der Handgelenke, Arme und Schultern spürbar entlastet werden können. Zudem bringt die kompaktere Körperhaltung aerodynamische Vorteile mit sich, die man nicht missen möchte, wenn beispielsweise der Wind von vorne komplett reinbläst. Am besten greift man zu einem Auflieger, der viele Einstellmöglichkeiten bietet, sodass dieser beispielsweise im Rahmen eines Bikefittings passgenau und individuell eingestellt werden kann. Weiterhin ermöglicht ein Auflieger auch neue Möglichkeiten hinsichtlich des Bikepacking-Taschen-Setups.
Die Packschlacht – was kommt alles mit?
Und hier wären wir schon beim nächsten relevanten Thema, das man endlos ausschlachten kann: Bikepacking-Taschen und Verstaumöglichkeiten für all das ganze Zeug, das auf so einem Ultra-Event unverzichtbar ist. Vorneweg: Eine universelle Packliste als ultimative „Das-funktioniert-immer-und-für-jeden-Lösung“ gibt es leider nicht, aber je nach Event und Regelwerk ist eine bestimmte Ausrüstung Pflicht. Neben einem funktionierenden Bike sind auf jeden Fall ein Fahrradhelm und eine ausreichende Fahrradbeleuchtung unverzichtbar sowie ein Radcomputer zwecks Navigation. Zudem stellen die meisten Veranstalter auch ein Tracking inklusive Tracker bereit, der mitgeführt werden muss. Meist werden auch ein Erste-Hilfe-Set sowie reflektierende und wetterfeste Kleidung vorgeschrieben.
Der Rest der Ausrüstung und die Zusammenstellung des Setups hängen von vielen Faktoren ab und sind sehr individuell. Zum einen muss eine Antwort auf die Frage gefunden werden, wie viel Gepäck überhaupt ans Fahrrad passt, ohne dass Fahrstabilität und Fahrdynamik des Bikes nachteilig beeinflusst werden. Besonders kleinere Fahrer mit kleinen Rahmengrößen haben hier oft das Nachsehen, da nicht nur die Rahmentaschen weniger Volumen fassen, sondern auch die Auswahl an Lenker- und Satteltaschen eingeschränkt ist. Ein viel zu geringer Abstand zum Reifen begünstigt das Scheuern und Schleifen der Taschen am Reifen und macht eine bereits ausgeklügelte Taschenstrategie zunichte. Die erforderlichen Abstände sind bei einigen Herstellern, wie z. B. Cyclite, in den Produktbeschreibungen der jeweiligen Artikel angegeben. Daher ist es ratsam, vor dem Kauf von Lenker-, Rahmen- oder Satteltaschen das eigene Bike auszumessen, um die erforderlichen Abstände zwischen Reifen und den Taschen bestimmen und berücksichtigen zu können. Das vermeidet den ein oder anderen Fehlkauf – und ja, auch bei Bikepacking-Taschen kann man sich doof und dämlich kaufen.
Die grundsätzliche Frage ist, wie viel Gepäck braucht man bzw. will man überhaupt mitnehmen? Je weniger Gepäck, desto mehr Abstriche sind beim Komfort und auch beim eigenen Sicherheitsgefühl zu erwarten.
Ein entscheidender Punkt, der über viel Stauraum entscheidet, ist die Schlafstrategie: Plane ich zu übernachten – wenn ja, wo? Auf Camping- oder Trekkingplätzen, im Freien oder doch in Unterkünften? Will ich selber kochen oder mich unterwegs verpflegen? Wenn man sich vorgenommen hat, ausschließlich in Unterkünften zu übernachten, fällt vieles an Equipment weg und einiges an Gewicht wird gespart, weil beispielsweise das Zelt und die Campingausrüstung oder Campingkocher und Campinggeschirr einfach zu Hause bleiben.
Dennoch sollte man für den Notfall gewappnet sein, falls doch keine Unterkunft mehr verfügbar oder erreichbar ist und eine zeitnahe regenerative Schlafpause unumgänglich ist. Als Schlafsetup für unterwegs bei einem kurzen Mehrtagesrennen reicht ein Biwaksack mit Schlafsack und Isomatte und gegebenenfalls einer Rettungsdecke, sofern man sich das auch zutraut, notgedrungen ohne eigenes Dach über dem Kopf am Straßenrand eine Pause einzulegen. Für das eigene Schlafsystem gibt es unterschiedliche, ultraleichte und ultrakompakte Produkte von vielen Herstellern, wie beispielsweise Sea to Summit, Therm-a-Rest und vielen mehr.
Bikepacking-Taschen – ultraleicht oder ultrakomfortabel?
Auch im Bereich der Bikepacking-Taschen gibt es viele unterschiedliche Taschensysteme für viele verschiedene Anwendungsbereiche und Einsatzzwecke. In Gepäckträgertaschen passt beispielsweise super viel rein, sie sind aber eher für längere Radreisen gedacht oder wenn man besonders viel mitnehmen will und den Fokus ohnehin nicht auf hohe Reisegeschwindigkeiten legt. Inzwischen gibt es aber auch Gepäckträgerlösungen, die einen sportlicheren Anwendungsbereich abdecken und sich somit gut für Ultra-Rennen anbieten. Speziell von Tailfin oder auch von Topeak gibt es rennerprobte Gepäckträgersysteme, die auch von erfahrenen Ultracyclisten empfohlen werden. Auch hinsichtlich der Rahmentaschen gibt es mehrere Optionen: entweder Halbrahmentaschen oder Vollrahmentaschen, um wirklich auch den vollständigen Platz im Rahmendreieck ausnutzen zu können.
Wer möglichst minimalistisch unterwegs sein möchte, kommt an den Taschen von Cyclite kaum vorbei. Die Taschen zählen zu den leichtesten auf dem Markt und überzeugen gleichzeitig mit einer durchdachten Konstruktion, wasserdichten Materialien und einer stabilen Befestigung am Rad. Cyclite bietet neben herkömmlichen Lenker-, Rahmen- und Satteltaschen weitere Lösungen an, die besonders für Ultracycling-Rennen interessant und hochfunktional sind. Zum einen die Cyclite Top Tube Bag Large, eine lange Oberrohrtasche mit zwei Fächern, Magnetschnalle und 2,2 Liter Stauvolumen – perfekt um Snacks oder Elektronik griffbereit zu verstauen.
Ein weiteres Highlight im Sortiment von Cyclite ist die Aero Bar Bag mit einem Stauraum von bis zu 4,9 Litern. Wie der Produktname schon verrät, ist die Tasche windschnittig und schmal gestaltet und nimmt nicht so viel Platz in der Breite am Lenker ein. Besonders bei kleinen Rahmengrößen ist dies von Vorteil, da meist eine optimale Taschenlösung am Lenker nicht möglich ist. Entweder ist der Abstand zum Vorderreifen zu kurz oder die Tasche für den Lenker zu breit. Besonders Letzteres wirkt sich negativ bei mechanischen Schaltsystemen aus, da der Hebelweg der Schalthebel nicht vollständig zurückgelegt werden kann und herkömmliche Lenkertaschen somit das Schalten blockieren. Die Aero Bar Bag nutzt den freien Platz unter einem Lenkeraufsatz gut aus, kann aber auch ohne Lenkeraufsatz am Rad angebracht werden. Zudem können mit der Aero Bar Bag weitere Reserven für das eigene Trinksystem geschaffen werden. Mit der Aero Bladder führt Cyclite eine Trinkblase mit 2 Litern Fassungsvermögen im Sortiment, welche in der Aero Bar Bag verstaut werden kann - die ergonomischere Lösung als ein Trinkrucksack, sofern man möglichst viele Wasserreserven auf dem Rad mitschleppen will.
Aber auch im Bereich der Trinkwesten und Rucksäcke ist Cyclite hervorragend aufgestellt und bietet in seinem Sortiment unterschiedliche Größen an. Die Rucksäcke haben dabei mehr Stauvolumen – ideal, um Kleidung oder anderes leichtes Gepäck zu transportieren. Aber ein Ultracycling-Rennen mit einem Rucksack zu bestreiten, das muss man schon wollen. Mit einer Trinkweste unterwegs ist man hingegen leichter und komfortabler unterwegs. Bei der Cyclite Hydration Vest können neben einer 2 Liter großen Trinkblase auch viele Snacks und Energie für unterwegs in Form von Riegeln oder Gels verstaut werden. Und wer noch mehr Platz für Snacks braucht, kann auf die Food Pouch von Cyclite zurückgreifen, die neben dem Vorbau am Lenker angebracht werden.
Folgende Taschen von Cyclite können wir für euer nächstes Ultracycling-Abenteuer empfehlen:
Packing Games – cleveres Packen als eigene Wissenschaft für sich
Nicht nur die Auswahl der Packtaschen sollte durchdacht sein, sondern auch das generelle Packsystem. Wer clever packt, schont während des Rennens sicherlich die ein oder anderen Nerven. Am besten packt man die Taschen nach Anwendungszweck bzw. nach Themengebiet. Das Schlafsetup, Kleidung, Verpflegung, Werkzeug oder Elektronik kommen bestenfalls in eigene Taschen.
Alle Sachen, die man unterwegs braucht, wie z. B. wetterfeste Kleidung wie eine Regenjacke, Armlinge, Beinlinge, Überschuhe oder eine Windweste, sollten leicht zugänglich verstaut sein, damit man auf Wetterumschwünge schnell reagieren kann. Eine Rahmentasche oder auch eine Lenkertasche wie die Cyclite Aero Bar Bag bieten sich dafür an, da diese sich leicht und schnell öffnen und verschließen lassen. Alles, was die Verpflegung anbetrifft, findet in einer Oberrohr- oder in der Rahmentasche seinen Platz, sodass man während der Fahrt darauf zugreifen kann, ohne anhalten zu müssen. Elektronik, Werkzeug und andere schwere Gegenstände finden ebenfalls in der Rahmentasche ihren Platz.
Sachen, die mitgenommen werden müssen, auf die aber während des Fahrens nicht zurückgegriffen werden muss, wie z. B. das Schlafsystem oder Wechsel- bzw. Ersatzkleidung, finden zum Beispiel in der Satteltasche ihren Platz. Je nachdem, wie viel man für das eigene Komfortempfinden mitnehmen möchte, kann auch die Lenkertasche befüllt werden. Bei der Satteltasche ist zu beachten, dass diese nicht überladen werden sollte, denn einige Modelle neigen bei viel Gewicht zum Ausschwenken, sobald in die Pedale getreten wird. Hier kann mit einer Satteltaschenhalterung entgegengewirkt werden, an der zusätzlich an den Seiten Flaschenhalter montiert werden können. Bei einem Zelt können die Zeltstangen beispielsweise in der Rahmentasche verstaut werden, während der Rest des Zelts in die Lenkertasche kommt. So lässt sich auch das Packvolumen optimieren. Ansonsten gibt es noch Bikepacking-Zelte, die in ihren Packtaschen direkt am Lenker montiert werden können.
Letztendlich gibt es unzählige Möglichkeiten, das Bikepacking-Setup zu gestalten. Dieses hängt nicht nur vom verwendeten Rad, sondern auch von den eigenen Vorlieben ab. Ein Bikepacking-Setup funktioniert am besten, wenn es individuell auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt und auf diversen Testfahrten ausgiebig erprobt wurde.
Ernährungs- und Verpflegungsstrategien
So ein Ultra-Rennen fährt sich leider nicht von selbst und schon gar nicht auf leerem Magen. Neben der körperlichen Fitness entscheidet vor allem die Verpflegungsstrategie darüber, ob ein Ultracycling-Rennen erfolgreich verläuft. Über viele Stunden oder sogar mehrere Tage benötigt der Körper kontinuierlich Energie. Wer zu wenig oder unregelmäßig isst, riskiert einen deutlichen Leistungsabfall, der sich in einem Hungerast bemerkbar macht. Gleichzeitig darf der Magen nicht überfordert werden, denn Verdauungsprobleme gehören zu den häufigsten Gründen für Schwierigkeiten bei langen Rennen.
Deshalb setzen die meisten Ultracyclistinnen und Ultracyclisten auf eine Kombination verschiedener Energiequellen. Schnell verfügbare Kohlenhydrate liefern vor allem Energie-Gels sowie isotonische Getränke oder Kohlenhydratpulver, die in der Trinkflasche gelöst werden. Energieriegel sorgen für etwas mehr Sättigung und bieten Abwechslung, während unterwegs häufig auch ganz normale Lebensmittel wie Bananen, belegte Brötchen, Reiswaffeln, Kuchen oder andere leicht verdauliche Snacks auf dem Speiseplan stehen. Während eines Rennens kann man sich bei Supermärkten oder Tankstellen eindecken, sodass man nicht die ganze Verpflegung von Anfang an mitschleppen muss.
Hersteller wie Winforce oder Science in Sport (SiS) bieten ein breites Sortiment aus Gels, Riegeln, Getränkepulvern und weiteren Sportnahrungsprodukten an. Welche Produkte letztendlich am besten funktionieren, ist jedoch sehr individuell. Manche Fahrer kommen über viele Stunden nahezu ausschließlich mit flüssigen Kohlenhydraten und Gels aus, andere benötigen regelmäßig feste Nahrung, um sich wohlzufühlen.
Wichtig ist vor allem, die Energiezufuhr möglichst gleichmäßig über den Tag zu verteilen, anstatt erst dann zu essen, wenn bereits Hunger aufkommt. Ebenso sollte ausreichend getrunken werden, wobei der Flüssigkeitsbedarf stark von Temperatur, Intensität und persönlichen Voraussetzungen abhängt.
Die Ernährungsstrategie sollte niemals erst im Wettkampf ausprobiert werden. Lange Trainingseinheiten eignen sich ideal, um verschiedene Produkte, Mengen und Kombinationen zu testen und herauszufinden, was der eigene Körper gut verträgt. Auch unterschiedliche Wetterbedingungen oder Fahrzeiten können dabei einen Einfluss haben. Wer seine Verpflegung bereits im Training regelmäßig nutzt, startet deutlich entspannter und mit weniger Überraschungen ins Rennen.
Körperliche Vorbereitung – Die Grundlage für lange Distanzen
Eine gute Vorbereitung beginnt lange vor dem eigentlichen Rennen. Im Ultracycling geht es weniger um maximale Spitzenleistung als vielmehr darum, über viele Stunden oder sogar mehrere Tage konstant leistungsfähig zu bleiben. Entsprechend sollte das Training vor allem auf Ausdauer und Belastungsverträglichkeit ausgerichtet sein.
Regelmäßige lange Ausfahrten bilden dabei die wichtigste Grundlage. Sie helfen nicht nur dabei, die körperliche Ausdauer zu verbessern, sondern geben auch die Möglichkeit, Sitzposition, Bekleidung, Beleuchtung, Navigation und Verpflegung unter realistischen Bedingungen zu testen. Ebenso lohnt es sich, gelegentlich mehrere längere Einheiten an aufeinanderfolgenden Tagen zu absolvieren, um den Körper an das Fahren mit Vorermüdung zu gewöhnen. Auch das Erproben von Nachtfahrten ist unumgänglich, sofern im Rennen vordere Platzierungen angestrebt werden.
Ebenso wichtig ist eine ausreichende Regeneration. Nur wer dem Körper genügend Zeit zur Erholung gibt, kann langfristig Fortschritte erzielen. Ergänzend können gezieltes Krafttraining sowie Übungen für Rumpf- und Rückenmuskulatur helfen, die Belastung auf langen Etappen besser zu verkraften und Beschwerden vorzubeugen.
Auch die mentale Vorbereitung spielt im Ultracycling eine entscheidende Rolle. Lange Fahrzeiten, wechselnde Wetterbedingungen, Müdigkeit und unvorhergesehene Situationen gehören bei mehrtägigen Rennen dazu. Wer bereits im Training lernt, auch unter schwierigen Bedingungen ruhig zu bleiben und Probleme strukturiert zu lösen, profitiert später im Wettkampf oft ebenso sehr wie von der körperlichen Fitness.
Am Ende gilt: Nicht jede Trainingseinheit muss außergewöhnlich lang sein. Entscheidend ist eine kontinuierliche Vorbereitung über viele Wochen und Monate, bei der Umfang und Belastung schrittweise gesteigert werden.
Routenplanung – Der schnellste Weg ist nicht immer der beste
Bei vielen Ultracycling-Rennen ist die Strecke nicht vollständig vorgegeben. Statt einer festen Route müssen lediglich bestimmte Kontrollpunkte (Checkpoints) oder Pflichtpassagen angefahren werden. Wie diese miteinander verbunden werden, liegt in der Verantwortung der Teilnehmenden. Eine sorgfältige Routenplanung kann deshalb entscheidend für den Rennverlauf sein.
Das mit Abstand am häufigsten genutzte Planungstool ist Komoot. Die Plattform bietet eine einfache Bedienung, eine große Community und eine zuverlässige Navigation für unterschiedlichste Untergründe. Allerdings sollte man den vorgeschlagenen Strecken nicht blind vertrauen, da Komoot doch die ein oder andere Überraschung bereithält. Die vorgeschlagene Strecke sollte detailliert geprüft und gegebenenfalls umgeplant werden. Als Ergänzung kann Google Street View benutzt werden, um sich bildliche Eindrücke von den Gegebenheiten zu verschaffen. Wer jedoch andere Routenoptionen sucht, findet mit Veloplaner eine interessante Alternative. Der Fokus liegt hier stärker auf einer fahrradspezifischen Streckenplanung mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten. So lassen sich unter anderem verschiedene Routenprofile wählen, Straßenkategorien gezielt bevorzugen oder vermeiden sowie Faktoren wie Steigung, Untergrund oder Verkehrsaufkommen stärker in die Routenberechnung einbeziehen. Dadurch eignet sich Veloplaner besonders für alle, die ihre Strecke möglichst effizient an die eigenen Anforderungen und das jeweilige Rennen anpassen möchten.
Neben der eigentlichen Streckenführung lohnt sich auch ein Blick auf die Infrastruktur entlang der Route. Gerade bei Unsupported-Rennen müssen Verpflegung, Wasser und Übernachtungsmöglichkeiten eigenständig organisiert werden. Tools wie OnRouteMap helfen dabei, Supermärkte, Tankstellen, Restaurants, Hotels, Trinkwasserstellen oder Geldautomaten direkt entlang der geplanten Strecke zu finden. Dadurch lassen sich Versorgungsstopps bereits im Vorfeld sinnvoll in die Route einplanen und unnötige Umwege können im Rennen vermieden werden. Dazu muss einfach nur die GPX-Datei auf der Webseite hochgeladen werden, und Points of Interest werden entlang der Route auf einer Karte angezeigt.
Ebenso wichtig ist es, das Höhenprofil und die Beschaffenheit der Strecke im Blick zu behalten. Eine vermeintlich kürzere Route mit zahlreichen steilen Anstiegen kann am Ende deutlich mehr Kraft kosten als eine etwas längere, dafür flachere Alternative. Auch Straßenbelag, Verkehrsaufkommen und mögliche Baustellen sollten – sofern bekannt – bei der Planung berücksichtigt werden.
Und besonders Nutzer von Wahoo-Radcomputern sollten vor dem Start das benötigte Kartenmaterial für alle Länder, durch die das Rennen führt, bereits auf dem Gerät installiert haben. Ansonsten fährt man blind irgendwelchen Pfeilen nach. Während einer Aufzeichnung kann auf dem Wahoo kein neues Kartenmaterial geladen werden.
Welches Ultracycling-Event ist für mich das richtige?
Ultracycling-Events und Veranstaltungen gibt es in Hülle und Fülle. Genug Möglichkeiten also, um sich so richtig an die Wand zu fahren. Eine Übersicht über Events und Veranstaltungen liefern beispielsweise Webseiten wie ultracyclingraces.com und bikepacking.com.
Doch welches Ultracycling-Event die nächste Herausforderung wird, hängt stark von den eigenen Präferenzen ab, die man mit folgenden Fragen grob für sich beantworten kann:
- • Möchte ich eher Road oder Gravel fahren oder doch eher grobes Gelände mit dem MTB?
- • Habe ich eventuell eine Region oder ein Land im Blick, in dem ich schon immer mal Rad fahren wollte?
- • Fahre ich Unsupported oder Supported? Oder gar im Team mit jemandem zusammen?
- • Wie viele Kilometer möchte ich überhaupt grob fahren? Wie viele Tage möchte ich unterwegs sein?
- • Möchte ich um eine Platzierung fahren oder das Rennen ganz entspannt ohne Druck angehen lassen?
- • Möchte ich sportiv und ultraleicht mit wenig Gepäck unterwegs sein oder ist mir Komfort wichtiger?
- • Wo möchte ich übernachten? In Hotels, Unterkünften oder im Zelt mit Schlafsack bzw. Biwaksack?
- • Reicht mir eine vorgegebene Route oder möchte ich die Route möglichst selbst bestimmen?
Nicht ganz unerheblich sind aber auch die Startgebühren, die bei einer Anmeldung zu einem Rennen anfallen. Diese fallen je nach Rennen unterschiedlich aus, können jedoch schnell einen dreistelligen Betrag von 300 Euro aufwärts erreichen. Natürlich hängt die Höhe des Startgelds bzw. der Anmeldegebühr auch vom Umfang und der Größe der Veranstaltung ab.
Mit den anfallenden Startgebühren werden aber bei Weitem nicht alle Kosten gedeckt, die vor und während eines Rennens anfallen. Vor allem sind in den allermeisten Fällen Verpflegungs- und Anreisekosten nicht mit inbegriffen und bilden einen zusätzlichen finanziellen Posten.
Wer aber mit einem Start bei einem Ultracycling-Rennen liebäugelt und Bedenken hat, ob sich die zu entrichtende Teilnahmegebühr auszahlt, dem sei gesagt: Es lohnt sich. Die Strecken der meisten Unsupported-Bikepacking-Rennen könnte man sicherlich alleine und unabhängig von einem Event nachfahren, aber der Rahmen und die Atmosphäre eines Rennens sind einmalig und bieten darüber hinaus die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Eine Veranstaltung, die wir uneingeschränkt empfehlen können, ist das Point Of Return aus Münster – ein Ultracycling-Rennen, das aufgrund seines Formats im Vergleich zu anderen herkömmlichen Veranstaltungen heraussticht. Nicht die meisten gefahrenen Kilometer sind für den Gesamtsieg ausschlaggebend, sondern die größte zurückgelegte Luftliniendistanz. Wie das Point Of Return im Detail abläuft, könnt ihr in unserem nachfolgenden Blogbeitrag nachlesen. Schließlich hat Bernd aus unserem Marketing-Team ein paar Tage seines Urlaubs geopfert, um bei der Erstausgabe des Point Of Return dabei sein zu können.
