Das Point Of Return – endlos viele Freiheiten und ein Rückweg mit der Zeit im Nacken
In unserem vorherigen Blogpost haben wir schon einen Einblick in die Welt des Ultracyclings gegeben und mögliche Strategien und Herangehensweisen geteilt, wie ein Ultracycling-Rennen bestritten werden kann.
Wer diesen Blogbeitrag noch nicht entdeckt oder gelesen hat, kann das hier nachholen:
In diesem Blogbeitrag wiederum setzen wir dem Ganzen noch einen drauf und geben einen hautnahen Einblick in das Point Of Return, ein Ultracycling-Rennen aus Münster, das im Mai dieses Jahres zum ersten Mal stattfand. Ein Event, das sich mit seinem Format von vielen anderen Ultracycling-Veranstaltungen abhebt und dabei viele Freiheiten für die Teilnehmenden bietet – von der Routenplanung bis hin zum eigentlichen Rennen.
Nicht nur für den Veranstalter Richard Vienenkötter und sein Team war das Point Of Return eine Premiere, sondern auch für mich. In meinem Urlaub habe ich für einige Tage den Bürostuhl aus dem Marketing gegen den Sattel meines Rennrads getauscht und beim Point Of Return mein erstes Ultracycling-Rennen überhaupt bestritten.
Und irgendwie wäre es viel zu schade, die ganzen gewonnenen Einblicke vom Point Of Return nur für mich zu behalten. Daher gibt es hier mehr Infos zum Point Of Return und einen Erfahrungsbericht:
- • Das Regelwerk beim Point Of Return
- • Ein Format, das hervorsticht – in weniger als 4 Tagen so weit weg wie möglich und zurück
- • Ein persönlicher Race Recap vom Point Of Return
- • Grob überschlagen und grob überschätzt – eine Planung mit vielen Ideen
- • Mein Setup – eine rasselnde Notlösung
- • Das Rennen – der erste Tag eigentlich voll gut
- • Tag 2 – Verschleiß an Mensch und Material
- • Tag 3 und 4 – der Verfall geht weiter
- • La Grande Finale – endlich im Ziel
- • Ausblick und Fazit
Das Regelwerk beim Point Of Return
Das Point Of Return orientiert sich hinsichtlich des Regelwerks weitestgehend an anderen Unsupported-Events. Windschattenfahren ist nicht erlaubt – außer innerhalb eines Teams. Unterstützung von außen in Form von Verpflegung oder Unterkunft durch Freunde und Familie ist untersagt. Hilfe, die in Anspruch genommen wird, muss potenziell allen zugänglich sein, und Versorgung oder Reparaturen dürfen nur in Einrichtungen (z. B. Fahrradläden, Supermärkten) in Anspruch genommen werden, die öffentlich für jeden zur Verfügung stehen. Übernachtungen in Hotels und anderen Unterkünften sind erlaubt, die Dauer der eigenen Pausen bestimmt dabei jeder Teilnehmer selbst. Zudem fährt jeder auf eigenes Risiko, und eine funktionierende Beleuchtung sowie ein Helm sind Voraussetzung für die Teilnahme. Auch für die eigene Ausrüstung ist jeder Teilnehmer selbst verantwortlich und muss sie mit sich führen. Weiterhin sind stets die Verkehrsregeln der jeweils durchfahrenen Regionen oder Länder zu beachten.
Eine der wichtigsten Regeln ist, dass die gesamte Strecke aus eigener Kraft bewältigt werden muss. Dementsprechend sind motorisierte Hilfsmittel verboten. Selbst kurze Flussüberquerungen mit Fähren sind nicht gestattet, was enormen Einfluss auf die Routenplanung hat und das Point Of Return von anderen Veranstaltungen unterscheidet. Große Flüsse können nur an wenigen Stellen überquert werden, und auch auf Inseln kann nicht übergesetzt werden. Hier muss jeder Meter aus eigener Muskelkraft zurückgelegt werden.
Ein Format, das hervorsticht – in weniger als 4 Tagen so weit weg wie möglich und zurück
Start- und Zielpunkt ist das B-Side, ein soziokulturelles Zentrum am Hafen in Münster. Ziel ist es, sich innerhalb von fast vier Tagen – genauer gesagt 79 Stunden – so weit wie möglich vom Startpunkt zu entfernen und innerhalb der vorgegebenen Zeit wieder zurückzukehren. Das Besondere bei diesem Event ist, dass nicht die meisten gefahrenen Kilometer gewinnen, sondern dass die größte Luftliniendistanz über den Sieg entscheidet. Das läuft wie folgt ab: Direkt nach dem Start geht es in eine beliebige Richtung los und man fährt so weit wie möglich. Dann wird ein Umkehrpunkt gesetzt, der sogenannte Point Of Return, an dem man wieder umdreht und zurück zum Start- bzw. Zielpunkt fährt. Dieser Point Of Return wird zur Bemessung der größten Luftliniendistanz zum Startpunkt herangezogen. Doch wer denkt, mit dem Umkehrpunkt sei es getan, der irrt. Das Ziel muss innerhalb eines bestimmten Zeitlimits erreicht werden. Geschieht dies nicht, so fällt man aus der Wertung, selbst wenn man am Ende den weitesten Point Of Return hingelegt hat.
Und genau das macht dieses Rennen so spannend und aufregend: Jeder Teilnehmer entscheidet für sich selbst, welche Richtung angesteuert und wie weit gefahren wird. Die Fahrtrichtung, die Strecke, der Wendepunkt und auch die Rennstrategie werden von jedem Teilnehmer selbst bestimmt – also jede Menge Freiheiten, die jedoch eine sorgfältige Vorbereitung voraussetzen, um das Event zu finishen. Somit richtet sich das Format eher an Bikepacking-Liebhaber, die ihr eigenes Abenteuer suchen, statt auf vorgegebenen Wegen zu fahren und dabei quasi versehentlich an einem Rennen teilnehmen. So bewerben es auch die Veranstalter. Im Grunde fährt man eher ein Rennen gegen sich selbst als gegen andere, und dieses Format ist bestens dazu geeignet, seine eigenen Grenzen voll auszutesten.
Ein persönlicher Race Recap vom Point Of Return
Nicht nur für die Veranstalter des Point Of Return war die diesjährige Ausgabe eine Premiere, sondern auch für mich. Es war meine erste Teilnahme an einem Ultracycling-Rennen überhaupt.
Ich hatte mir vor dem Rennen keine Zielsetzung hinsichtlich einer Platzierung gemacht, dennoch war für mich klar, dass ich so weit wie möglich fahren und meine Grenzen verschieben möchte – und dafür war der Rahmen des Point Of Return mit all seinen Freiheiten perfekt: Ich bestimme selbst, wohin und wie lange ich fahre und wann ich wieder umkehre. Und so stand ich dann am Donnerstag, den 14. Mai 2026, um 10 Uhr an der Startlinie des Point Of Return in Münster mit ungefähr 100 anderen Teilnehmern.


Grob überschlagen und grob überschätzt – eine Planung mit vielen Ideen
Ich fahre viel und gerne Rad und hatte bis Anfang Mai schon gut 9.000 Jahreskilometer in den Beinen. Auch mit Nachtfahrten und längeren Distanzen (über 300 km) kenne ich mich aus, schließlich mache ich so etwas öfter. Meine bis dato am weitesten am Stück zurückgelegte Strecke betrug ein bisschen mehr als 500 Kilometer – und das inklusive Pausen in weniger als 24 Stunden. Diesen Wert habe ich für die Planung meines Rennens herangezogen: Also innerhalb eines Tages 20 Stunden Rad fahren für 500 km und 4 Stunden Pausenzeit. Also ein 25er-Schnitt in der Bewegungszeit und inklusive Standzeit ein Schnitt von knapp 21 km/h. Alles Werte, die für mich machbar und gut planbar waren. Aber dumm und vereinfacht hochgerechnet sind das auch 2.000 Kilometer in 4 Tagen, minimal bescheuert. Mir war wichtig, bei meiner Planung einen Zeitpuffer miteinzubauen, sodass ich auf Defekte oder auf Ermüdung und Erschöpfung noch angemessen reagieren konnte, ohne dass die Zeit mir zu dolle im Nacken sitzen würde. Und 2.000 Kilometer habe ich mich bei Weitem nicht fahren sehen.
Auch wenn das Point Of Return ein Rennen ist, wollte ich sicher und entspannt finishen, statt meine Grenzen bis zum Äußersten zu treiben und einen DNF (Did Not Finish) zu riskieren. Aber wie das nun mal so ist, habe ich mich bei der Routenplanung auch nicht zurückgehalten, sondern gleich vor lauter Vorfreude ein dickes Brett geplant und mich dabei vielleicht ein wenig selbst überschätzt. Aber halb so wild, für mich war klar, dass ich die geplante Route – ich hatte by the way nur den Hinweg geplant, total dumm – nicht zwingend bis zum Ende fahren muss. Der Umkehrpunkt sollte von der Zeit abhängen und nicht von den gefahrenen Kilometern. Cut-off-Time war am Sonntag um 16 Uhr. Eine Ankunft am Startpunkt auch nur eine Minute später hätte gnadenlos einen DNF zur Folge gehabt. Also blieben für das Vorhaben, mich so weit weg wie möglich vom Startpunkt zu entfernen, umzudrehen und zurückzukehren, nur 78 Stunden. Und für mich war klar: Spätestens ab der Hälfte der Zeit, also nach maximal 39 Stunden, muss ich wieder umdrehen, egal, wo ich stecke. Also spätestens in der Nacht von Freitag auf Samstag oder früh am Samstagmorgen musste ich mich auf dem Heimweg befinden.
Und am Anfang stand ich vor der großen Frage: Wie plane ich das denn alles? Kurz gesagt: gar nicht mal so leicht. Als Erstes musste die Frage geklärt werden, in welche Richtung ich überhaupt aufbrechen will. Norden, Osten, Süden, Westen oder irgendwas dazwischen?
Geholfen hat mir dabei ein Kartenradiusrechner. Hier kann man von einem Punkt ausgehend einen Radius ziehen und den Luftlinienradius in Kilometern anzeigen lassen. Hier war schnell klar: Die Möglichkeiten Richtung Norden sind begrenzt, da Fährüberfahrten verboten sind. Und im Süden warten die Alpen. Für Serpentinen- und Höhenmeterfreunde sicherlich interessant und landschaftlich ein Augenschmaus, aber eher kontraproduktiv, wenn es darum geht, so viel Strecke wie möglich zu reißen. Also blieben eigentlich nur zwei grobe Richtungen übrig: Osten, Richtung Polen, oder Südwesten, Richtung Frankreich.
Mit Komoot habe ich Routen für beide Himmelsrichtungen ausgelotet, aber die Ostvariante deutlich herzloser geplant als die Südwestoption. Mich hat es persönlich mehr nach Frankreich gezogen als nach Polen, auch wenn ich in Polen deutlich mehr Strecke hätte machen können bei viel weniger Höhenmetern. Aber für mich bot sich auch irgendwie die Chance, mein Schulfranzösisch wieder aufzufrischen (Grüße gehen raus an Arthur, den Perroquet aus Clermont-Ferrand – Leute, die Anfang der 2000er-Jahre Französisch in der Schule hatten, wissen, wen ich meine).
Nach Clermont-Ferrand ins französische Zentralmassiv wollte ich jedoch nicht, weil es endlos weit weg ist und dort auch viele Höhenmeter auf einen warten. Stattdessen habe ich mir die Nordküste Frankreichs als Ziel und als Ergebnis meiner Selbstüberschätzung auserkoren. Ans Meer sollte es gehen, bis nach Granville in der Normandie. Nach langem und detailliertem Hin- und Herplanen mit Komoot standen 857 Kilometer und knapp über 5.000 Höhenmeter auf dem Programm – bei „nur“ knapp 741 Kilometern Luftlinie. Laut Komoot benötigt man für diese Strecke ein wenig mehr als 36 Stunden und 16 Minuten, wenn man sich kontinuierlich und ohne Pausen mit 23,6 km/h fortbewegt. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie klang das in meinem Kopf machbar. Im Nachhinein betrachtet, offenbart diese Rechnung einige Schwächen. Inklusive Stand- und Pausenzeiten hätte ich mir nur einen minimalen Schnitt von 22 km/h erlauben dürfen, und das nur für den Hinweg – und ich hätte direkt wieder umdrehen müssen. Na ja, wenig überraschend kam im Rennen alles ein bisschen anders.
Mein Setup – eine rasselnde Notlösung
Der Plan war, mit dem Bike zu fahren, das ich am besten kenne. Für mich gleichzeitig das Bike, das ich am meisten gefahren bin: ein Giant Revolt 0, Baujahr 2021 und schon längst nicht mehr in seiner Standardausstattung. 32.000 Kilometer, einige Umbauversuche und ein paar Bikepacking-Touren über die Alpen hatte es überstanden. Aber nun ja, kurz vor dem Point Of Return war das Bike so durchgenudelt und verschlissen, dass sich das Tretlager verabschiedet hatte – ganz zu schweigen von so ziemlich allen anderen Antriebskomponenten. Eine Reparatur wäre viel zu zeit- und kostenaufwendig gewesen. Also blieb für mich nur eine rasselnde Notlösung: ein geräuschvolles – ich rede nicht vom Freilauf – Canyon Ultimate CF SL mit Felgenbremsen, Baujahr entweder 2015 oder 2016.


Dieses Bike hat mich schon einige Zehntausend Kilometer getragen. Das impliziert nicht, dass es schon perfekt auf mich eingestellt war, sondern nur dass es mich ohne professionellen Anspruch von A nach B bringt. Aber für mein erstes Ultracycling-Rennen wollte ich keine körperlichen Beschwerden oder Taubheitsgefühle riskieren, also ab zum Bikefitting. Ich habe mich für ein ausführlicheres und umfassendes Bikefitting bei Dan Miessen entschieden, bei dem alles Mögliche mithilfe von Sensoren vermessen wurde: ich, mein Bike, meine Sitzposition, der Satteldruck und einiges mehr. Zudem wurde ich umfangrech beraten und habe viel Wissen vermittelt bekommen. Das Ergebnis: Ein neuer Sattel, ein schmalerer Lenker mit kürzerem Vorbau und ein zusätzlicher Lenkeraufsatz mussten her.
Der Umbau war schnell gemacht und das Bike war ready. Jetzt musste ich es nur noch mit meinem Equipment berödeln: Die Aero Bar Bag, die Top Tube Bag und die Frame Bag von Cyclite sollten es richten. Die dazu passende Satteltasche hätte leider nicht genug Abstand zum Hinterreifen gehabt, daher musste ich auf eine bewährte, aber nicht so dezente Lösung aus dem Hause Decathlon zurückgreifen.
Grob überschlagen, was in meinen Taschen alles so drin war: In der Aero Bar Bag: Regenkleidung, Überschuhe, Windweste, Reflektorweste, Armlinge, Beinlinge, Carbpulver, Gels, Sonnencreme. In der Oberrohrtasche: Portemonnaie, Handy, Powerbank, Ladekabel und Snacks, Riegel für unterwegs. In der Rahmentasche: Werkzeug, Ersatzschlauch, Elektronik in Form einer elektrischen Luftpumpe, zwei weiteren Powerbanks, Netzteil, ein paar Kabel und Snacks. Im Rahmendreieck hat nur eine 0,75 Liter große Trinkflasche Platz gefunden, die ich immer mit Carbpulver befüllt hatte. Für die restliche Trink- und Flüssigkeitsversorgung hatte ich die Hydration Vest von Cyclite dabei, Platz für 2 Liter und jede Menge weitere Snacks. Und da Fueling the key ist auf solchen langen Touren, hatte ich neben Vorbau und Lenker noch eine Food Pouch Tasche – natürlich für weitere Snacks und Carbs, what else?! – angebracht. Fehlt nur noch die Satteltasche: Da hatte ich Ersatzkleidung dabei, also ein zweites Set mit Trikot, Baselayer, Bib und Socken, lockere Alltagskleidung, Handtuch, Hygienezeug und mein Schlafsetup mit Schlafsack und Isomatte. Und Badelatschen, denn 78 Stunden ununterbrochen in Radschuhen herumlaufen bei Übernachtungen oder längeren Pausen? No way.
Das Rennen – der erste Tag eigentlich voll gut
Mit meinem ziemlich voll bepackten Hobel stand ich dann pünktlich, abfahrbereit und im Dauerregen an der Startlinie. Mit meinem Packesel habe ich für mein Empfinden aber eher den Eindruck erweckt, dass ich zu einem entspannten mehrwöchigen Bikepacking-Urlaub aufbreche – die Badelatschen baumelten schon vor Freude an der nicht zu übersehenden Arschrakete. Oder anders gesagt: Es waren viele Leute im Teilnehmerfeld unterwegs, die mit einem deutlich reduzierteren und renntauglicheren Setup die Blicke auf sich gezogen haben. Aber na ja, durch den Dauerregen der ersten Stunden mussten alle durch. Überall hat es geregnet, egal, in welcher Himmelsrichtung versucht wurde, dem Regen zu entfliehen. Die Überschuhe und die wasserdichten Socken hatten sich da schon bezahlt gemacht.


Es wurde gemeinsam gestartet und dementsprechend war das Teilnehmerfeld auf den ersten 3 bis 4 Kilometern noch relativ dicht beisammen, ehe es sich in jede mögliche Richtung aufgesplittet hat. Nach 4 Kilometern war ich schon alleine, ehe ich von Kilometer 8 bis 15 noch ein paar andere Teilnehmer in Sichtweite hatte. Aber ab da an war ich endgültig auf mich allein gestellt. Es war vom Gefühl her so, als würde ich mich auf eine große Abenteuerreise begeben, ohne so eine renntypische Konkurrenzsituation zu verspüren – eigenes Tempo und Abfahrt.
Ich hatte auch ziemlich viel Glück mit dem Wetter. Angesagt war großflächiger Dauerregen bei Gegenwind. Der Wind erwies sich als moderat und der Regen verteilte sich auf einzelne Schauer, denen ich auf meiner Route teilweise ausweichen konnte. Nach 35 Kilometern dann sogar die ersten Sonnenstrahlen, wenn auch nur kurz. Das Leben war schön, der Hobel rollte gut, ich hatte keine Probleme und ich konnte gut Strecke machen. Nach etwas mehr als 4 Stunden hatte ich dann auch meinen ersten Länderpunkt erreicht und durfte mich an den gut ausgebauten Radwegen in den Niederlanden erfreuen.
Nach wenigen weiteren Stunden dann der nächste Länderpunkt: Belgien. Radwege auch super, aber je mehr es ins Landesinnere ging, desto monotoner und geradliniger wurde die Landschaft – aber immerhin war alles gut ausgebaut.


Nur hat mein Wahoo ein paar Kilometer hinter der belgischen Grenze leider keine Karte bzw. kein Straßennetz mehr angezeigt. Das war zunächst nicht schlimm, weil ich blind und problemlos den Pfeilen folgen konnte und mir nichts Weiteres dabei gedacht habe. Dann kam allerdings eine Brücke, die wegen einer Sanierung gesperrt war. Und da war das fehlende Straßennetz auf meinem Wahoo dann doch ein Problem, weil ich am Radcomputer selbst keine Alternativen scouten konnte.
Da hatte es dann Klick gemacht: Ich Vollidiot habe vergessen, das Kartenmaterial für Belgien und Frankreich auf meinen Wahoo zu laden – richtig unnötig und dumm. Während der Fahrt konnte ich meinen Wahoo dann auch nicht mehr mit dem benötigten Kartenmaterial aktualisieren, denn das ist während der Aufzeichnung einer Aktivität einfach nicht möglich. Und beenden wollte ich die Aufzeichnung auch nicht. Schließlich hatte ich schon einige hundert Kilometer auf dem Tacho und das sollten ja noch mehr werden. Zudem hätte ich einen Umweg fahren und mehrere Kilometer in die Richtung zurückfahren müssen, aus der ich gekommen war. Das habe ich so überhaupt gar nicht gefühlt.


Somit stand die erste Herausforderung dieses Abenteuers an: Irgendwie über diese abgesperrte Brücke kommen. Zu Fuß und mit ein wenig Parkour-Affinität war es machbar, sich dort durch den Schlamm und Dreck der Baustelle zu kämpfen. Aber mit einem vollbepackten Drahtesel war das noch mal eine ganz andere Nummer – und eine nervenaufreibende noch dazu. Auf der anderen Seite der Brücke angekommen, musste ich dann erst mal den Schlamm von meinen Cleats entfernen, damit ich mich mit meinen Radschuhen wieder einklicken und den schwarzen Pfeilen auf meinem Wahoo weiter blind folgen konnte.
Na ja, weiter ging's durch den Regen in die Dunkelheit hinein. Während des gesamten Rennens gab es trotz mitgeführtem Tracker kein öffentlich einsehbares Live-Tracking. Dies war vom Veranstalter bewusst so entschieden worden, damit die Charakteristik des Rennens – seine eigenen Grenzen auszutesten und sich nicht von anderen Teilnehmenden beeinflussen zu lassen – aufrechterhalten wird. Also wusste ich nicht, wie weit die anderen Teilnehmenden gekommen waren. Den Standort meines eigenen Trackers konnte ich jedoch teilen, sodass Freunde, Bekannte oder Familie stets genau wussten, wo ich war. Der Veranstalter hat lediglich jeweils einmal am Abend und am Morgen einen Screenshot des Live-Trackings geteilt, auf dem alle Teilnehmenden – nur die Startnummern, ohne Namenszuordnung – mit ihren bis dahin gefahrenen Routen abgebildet waren, allerdings ohne genaue Positions- und Kilometerangaben.
Das fehlende Live-Tracking hat meiner Meinung nach einen durchaus positiven Aspekt. Es nimmt den Druck von den Teilnehmenden, sich auch während des Rennens ständig mit anderen bzw. mit der Konkurrenz vergleichen zu müssen. So kann jeder sein eigenes Rennen fahren und mit seiner Strategie pokern – die Karten werden erst später aufgedeckt. Sechs Stunden vor Rennende wurde das Live-Tracking erst öffentlich zugänglich gemacht, sodass man noch mitfiebern konnte, ob es die Teilnehmenden wirklich rechtzeitig ins Ziel schaffen. Ein super spannender Ansatz, wie ich finde, und einen, den ich so von anderen Ultracycling-Events nicht kenne.


Tag 2 – Verschleiß an Mensch und Material
Kaum wurde es dunkel, hat mich ein nasser Bordstein kurz schlafen gelegt. Auf nassem Bordstein schräg draufzufahren, ist eine ganz schlechte Idee. Das Vorderrad ist weggerutscht und der erste Sturz der Tour war im Kasten. Na ja, Shit happens. Bis auf eine Schürfwunde, eine leichte Prellung und einen eingedrückten Schalthebel aber alles okay. Vielleicht war mein Schaltauge auch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, aber egal. Zudem dachte ich, dass es meine Trinkblase bei dem Sturz zerrissen hätte, aber ich wollte nur schnell weiterfahren, ohne zeitraubende Schadensbegutachtung.
Meine Laune zu dem Zeitpunkt: minimal im Keller. Bei einem Fastfood-Restaurant habe ich kurz vor Ladenschluss noch einen Stopp eingelegt und mit Freude festgestellt, dass meine Trinkblase doch noch intakt war. Ich hatte schon mein Kopfkino angeschmissen, wie ich die restlichen Tage mit nur einer 0,75-Liter-Trinkflasche zurechtkomme. Gott sei Dank konnte ich dieses Szenario verwerfen und nach kurzer Stärkung ging es dann weiter in die Nacht hinein. Regen, dichter Nebel und einsetzende Müdigkeit waren aber leider nicht die besten Begleiter. Irgendwann war ich dann auch einfach plötzlich in Frankreich und habe den nächsten Länderpunkt leider unspektakulär und ohne ersichtliches Grenzschild passiert. Während der Fahrt habe ich Ausschau nach Unterständen oder Möglichkeiten gehalten, wo ich mich mit Schlafsack und Isomatte hätte hinhauen können, habe aber nichts finden können.
Also kam nur Weiterfahren infrage. Zudem war ich eh von oben bis unten nass und mit meinen nassen Klamotten wollte ich auch nicht unbedingt in meinen Daunenschlafsack schlüpfen. Aber zur Wahrheit gehört auch: So eine Rennsituation hatte ich vor dem Rennen auch noch nie erprobt. Sprich, ich habe mein Schlafsetup nie unter solchen Rennbedingungen getestet, sondern hatte immer ein zusätzliches Zelt dabei. Voll dumm, also macht so was nicht und testet im Vorfeld wirklich euer gesamtes Setup.
Die Nacht habe ich irgendwie überstanden, aber es hat nicht lange gedauert, bis die nächste Geduldsprobe stattfand.
Pünktlich zum Sonnenaufgang wurde ich in einem komplett übermüdeten Zustand hart komootet. Meine Route hatte mich für vielleicht 500 Meter über einen Feldweg geführt, der eigentlich nur aus Lehm und hartnäckigem Schlamm bestand – perfekt für 28 mm breite Reifen. Ich habe mir mein ganzes Rad und meine Schuhe bis zur Funktionslosigkeit eingesaut, obwohl ich am Schieben war. Also zurück zu einer befestigten Straße und erst mal grob den Hobel von der Sauerei befreien. Der Lehm an den Schuhen war so hartnäckig, dass ich mich nicht mehr einklicken konnte. Völlig genervt habe ich mich bis ins nächste Dorf geschleppt, das ich dann an einem Freitagmorgen um 7 Uhr lautstark wachgeklopft habe, um irgendwie meine Cleats von all dem ganzen Dreck zu befreien.


Das hat nicht nur Zeit gekostet, sondern auch Nerven. Und geschlafen hatte ich zu dem Zeitpunkt immer noch nicht. Nach der erfolgreichen Säuberungsaktion habe ich dann eine Bank gefunden, auf der ich einen halbstündigen Powernap im Sitzen eingelegt habe, während die Morgensonne alles gegeben hat, um mich wach zu halten. Es gibt wirklich Erholsameres. Spätestens ab dem Zeitpunkt war ich komplett durch und am Bonken.
Aber da alles nichts geholfen hat, bin ich wieder aufgesattelt und habe glücklicherweise eine Bäckerei gefunden mit dem wohl besten belegten Baguette, das ich wahrscheinlich je gegessen habe. Voller Power war ich danach zwar nicht, aber zum Weiterfahren hat es gereicht. Insgesamt war ich doch hart am Krachengehen.


Belgien und Nordfrankreich sind zudem höhenmeterreicher als gedacht und ohne wirklichen Schlaf und Regeneration war klar, dass ich es nicht bis zu meinem eigentlich angedachten Ziel in Granville schaffen würde. Also musste ich kurz hinter der französischen Stadt Chambrai meine Route verwerfen und neue Pläne schmieden. Für mich war klar: Noch so eine Nacht ist absolut nicht drin, ich war komplett am Limit. Schlaf ist Pflicht und ich brauchte unbedingt ein Hotel oder eine Unterkunft. Fündig geworden bin ich in Rouen. Im dortigen Ibis Budget Hotel habe ich mir über Booking.com ein Zimmer gebucht und hatte somit ein neues Ziel und eine neue Route, aber immer noch kein neues Kartenmaterial auf meinem Radcomputer.


Mein neuer Plan sah vor, dass ich spätestens ab 19 Uhr im Hotel schlafen und regenerieren kann, bevor es am nächsten Tag in der Früh gegen 5 Uhr wieder zurückgeht. Spoiler-Alarm: Dieser Plan ist letztlich auch aufgegangen. Ich habe mich irgendwie bis nach Rouen schleppen können und bin sogar schon frühzeitig in der Stadt angekommen. Die gewonnene Zeit habe ich aber nicht für mehr Pause und Regeneration genutzt, sondern bin noch mal knapp 15 Kilometer bis hinter Rouen gefahren, obwohl ich schon vor dem Hotel stand. Also wieder rauf auf den Hobel und noch mal komplett bescheuert einen mehr als 2 Kilometer langen Anstieg hochschleichen. In dem Ort Saint-Ouen-de-Thouberville war dann aber auch endgültig Schluss. Nach knapp 557 Kilometern Luftlinie war hier am Ortsausgang mein random gewählter Point Of Return.


Wer jetzt eine touristische Attraktion oder eine Sehenswürdigkeit als Umkehrpunkt erwartet hat – sorry, Fehlanzeige. Also zurück zum Hotel und nach 672 Kilometern in knapp 33 Stunden habe ich mich nur noch auf eine Dusche und aufs Bett gefreut. Das Rad konnte ich glücklicherweise mit aufs Zimmer nehmen. Den restlichen Abend habe ich dann noch dazu genutzt, die Route für den Rückweg zu planen und meinen Wahoo endlich mit dem benötigten Kartenmaterial zu aktualisieren. Ich habe mich dann für die einfachste von komoot vorgeschlagene Option entschieden, nur wenig Anpassungen vorgenommen und das kilometerlange Befahren von französischen Bundesstraßen in Kauf genommen. Ich wollte einfach nur auf dem kürzesten Weg zurück, auch wenn Nordfrankreich landschaftlich schon echt schön ist.


Tag 3 und 4 – der Verfall geht weiter
Um 5:30 Uhr ging es Samstagmorgen mit immerhin 4 Stunden Schlaf halbwegs ausgeruht und mit guter Laune wieder aufs Rad. Knapp 630 Kilometer standen auf dem Plan. Die Straßen in Rouen waren leer und ich war schnell aus der Stadt draußen. Belohnt wurde ich mit einem stimmungsvollen Sonnenaufgang.




Die Müdigkeit steckte mir nicht mehr ganz so tief in den Knochen, aber bei meinem Rad sah das ganz anders aus. Der Antrieb hat aus allen Löchern gepfiffen, die Kette war trockener als mein Humor und der Verschleiß war schon so weit fortgeschritten – einmal in Frankreich bremsen und der Bremsweg hätte gefühlt bis nach Münster gereicht. Bremsen konnte ich vergessen und die hinteren Bremsbeläge waren schon so weit abgefahren, dass sich das Metall der Bremsbacken mit schönen Schleifspuren in die Felge eingearbeitet hat. Mit gutem Gewissen zu bremsen war einfach nicht mehr drin, sonst hätte die Felge das nicht mehr lange mitgemacht.


Und ohne funktionierende Bremse den restlichen Rückweg von Frankreich bis nach Münster zu absolvieren, das wäre auch im Schneckentempo ein absolutes Himmelfahrtskommando gewesen. Es stand sogar kurzzeitig ein DNF im Raum, den ich Gott sei Dank abwenden konnte. Glücklicherweise hatte der einzige Fahrradladen weit und breit, ein Giant-Händler in Valenciennes, an einem Samstag um 16 Uhr noch geöffnet – wie eine Oase zur richtigen Zeit, nur knapp 2 Kilometer von meinem Standort entfernt. Also hin da. Dort wurden die Bremsbeläge ersetzt und mit neuer Bremspower stand einer Weiterfahrt nichts mehr im Wege. Also weiter nach Belgien.


Dennoch sollte es ab diesem Punkt auch ohne Zeitdruck keine entspannte Kaffeefahrt ins Ziel werden. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es gleich die nächste Panne. Bei einer Abfahrt hatte ich mit meinem Hinterrad ein Schlagloch erwischt, bei gut 45 km/h. Ein lauter Knall bewog mich zum sofortigen Anhalten und ich hörte nur ein Zischen aus meinem hinteren Reifen. In Sekundenschnelle war die Luft raus, aber meiner Laune tat das überraschenderweise keinen Abbruch. Immerhin konnte ich an einem beleuchteten Dorfbahnhof meinen Platten fixen, während der nächtliche Güterverkehr auf Hochtouren lief. Dann konnte ich die Nachtfahrt weiter fortsetzen.


Meine Schlafstrategie hatte ich blöderweise nicht angepasst, sondern wieder auf überdachte Spots gehofft, die ich unterwegs zufällig finden würde und die sich für eine kleine Ruhepause eignen würden. Die gleiche notgedrungene und absolut unempfehlenswerte Strategie wie auf dem Hinweg.
Nun ja, die Erfahrung vom Hinweg hat sich auch auf dem Rückweg wiederholt. Schon die zweite Nacht ohne wirklichen Schlaf innerhalb kürzester Zeit und dazu noch schlimmer als die erste. Die Müdigkeit hat voll reingekickt und die Dunkelheit und die geradlinigen und monotonen belgischen Radwege haben es nicht besser gemacht. Im Gegenteil, ich sah alles irgendwie an mir vorbeifliegen und hatte Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren und aufmerksam zu bleiben. Die ersten Halluzinationen setzten ein. Ich habe Tiere und Dinge auf der Straße vor mir gesehen, von denen ich wusste, dass sie nicht real waren. Das hatte ein bisschen was von Pokémon Go.


Was aber real war, war ein Feldhase, der wie aus dem Nichts von der Seite in mein Rad gesprungen ist. Ich hatte keine Chance zu reagieren. Gott sei Dank ist er nicht in die Messerspeichen meines Laufrades gesprungen, sondern hat nur meinen linken Schuh erwischt. Trotz starkem Aufprall konnte ich mich auf dem Rad halten und bin unbeschadet davon gekommen, der Hase leider nicht. Danach war ich wieder richtig wach und das Adrenalin hat mich durch die letzte Nacht getragen, ehe es im Morgengrauen wieder massiv abebbte und ich irgendwo kurz hinter der belgisch-niederländischen Grenze auf einer Bank, erneut im Sitzen, einen 45-minütigen Powernap einlegen musste. Der war aber auch bitter nötig.


Damit begann dann auch der letzte Tag und das finale Zurückschleppen bis nach Münster. Kaum hatte ich die niederländisch-deutsche Grenze passiert, wurde ich wieder vom Regen empfangen. Meine Laune war nicht unbedingt auf dem Höhepunkt und ich war immer noch hundemüde. Die Zeit saß mir Gott sei Dank nicht im Nacken, und so konnte ich mich Stück für Stück in Richtung Ziel schleppen und dabei noch die ein oder andere Pause einlegen, um meinen leeren Magen zu füllen. Beinahe wäre aber ein Chickenburger von McDonald's noch mein Endgegner gewesen. Ich habe noch nie einen schlechteren Chickenburger gegessen. Nach nur zwei halbherzigen Bissen ging es auf die finalen 50 Kilometer. Und die haben sich auch echt gezogen, ich wollte nur noch ankommen. Auf den letzten 10 Kilometern habe ich noch andere Teilnehmer des Point Of Return auf ihrem Rückweg getroffen und bin zusammen mit ihnen in Richtung Ziel gerollt.


La Grande Finale – endlich im Ziel
Nach exakt 76 Stunden und 32 Minuten und knapp 1.294 Kilometern mit 6.621 Höhenmetern reichte die Kraft noch für einen kleinen Schlusssprint bis zur Ziellinie. Eineinhalb Stunden vor der Cut-off-Time hatte ich es dann schließlich geschafft: Ich hatte mein erstes Ultracycling-Rennen trotz aller Widrigkeiten gefinisht. Komplett am Ende, aber voll mit Emotionen, ohne überhaupt zu wissen, für welchen Platz es am Ende gereicht hatte.


Was dann folgte, hätte ich mir allerdings auch nicht ausmalen können. Die ersten Leute kamen im Ziel direkt auf mich zu und haben gefragt, ob ich Bernd bin. Kaum hatte ich das bejaht, trudelten die ersten Glückwünsche ein. Es stellte sich heraus, dass ich mein erstes Ultracycling-Rennen mehr als nur erfolgreich beendet hatte: Ich hatte es sogar tatsächlich gewonnen – mit einer Luftliniendistanz von exakt 556,92 Kilometern. Moment mal, was? Das hatte ich so auch nicht auf meiner Bingo-Karte. Erstes Rennen, erster Platz. Wie zur Hölle?! I guess, I am an Ultracyclist now. Absolut unreal alles. Ach ja, als Preis für den Erstplatzierten gab es einen Gutschein für zwei Übernachtungen auf dem Hausboot Irene in Hamburg.
Der Zweitplatzierte, Thomas Pera aus Bayern, hatte sich für den Weg Richtung Osten entschieden und seinen Point Of Return in Polen bei 537,73 Kilometern Luftlinie gesetzt. Am Ende standen somit zwar ungefähr 1.304 Kilometer auf seinem Garmin, aber trotz der rund zehn Kilometer längeren Gesamtstrecke waren es am Ende dennoch rund 19 Kilometer Luftlinie weniger. Also, das war ein echt denkbar knappes Ding. Aber dennoch eine wahnsinnig respektable Leistung. Nicht nur von ihm, sondern auch von allen anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die die erste Ausgabe des Point Of Return zu etwas Besonderem gemacht haben.
Der Dank gilt auch den Organisatoren, die dieses Event überhaupt erst ins Leben gerufen haben.


Ausblick und Fazit
Die gute Nachricht vorweg: Es wird nächstes Jahr eine weitere Ausgabe des Point Of Return geben. Vom 27. bis zum 30. Mai 2027 darf man sich wieder so weit wie möglich von Münster entfernen und anschließend wieder zurückkehren. Dieses Mal hat man sogar eine Stunde mehr Zeit, weil um 9 Uhr statt um 10 Uhr gestartet wird. Und das Beste: Anmeldungen sind noch möglich, und das zu einer sehr fairen Teilnahmegebühr, während andere Ultracycling-Events teilweise ein halbes Vermögen aufrufen.
Ich kann das Point Of Return nur empfehlen, da es sich mit seinem Format von anderen Veranstaltungen abhebt und davon lebt, dass es eher ein Rennen gegen sich selbst als gegen andere ist und dabei viele Freiheiten und Herausforderungen bietet.


Und wichtig: Man braucht nicht das teuerste High-End-Rad mit der krassesten Ausrüstung, auch wenn es nicht schaden kann. Ein in die Jahre gekommenes Klapperrad mit pfeifendem Antrieb und Felgenbremsen kriegt den Job auch noch irgendwie hin. Gönnt eurem Rad aber vorher doch einen Service, damit es unterwegs nicht aus der letzten Rille pfeift. Das macht das ganze Abenteuer ein wenig angenehmer.
Wer den ganzen wilden Ritt nachverfolgen möchte, der kann dies entweder auf Strava tun oder sich das Replay des Trackings von FollowMyChallenge anschauen. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns 2027 gemeinsam an der Startlinie.
